Jahreshauptversammlung 2019

Zahlreiche Ehrungen und konstruktive Diskussionen

58 Mitglieder des VfL Senden waren am Montagabend der Einladung zur Jahreshauptversammlung in das Vereinslokal „Niemeyer’s“ gefolgt. In seiner Begrüßung gedachte der Vorsitzende Gerd Buchholz an die verstorbenen VfLer des letzten Jahres und wies auf die zahlreichen Ehrungen für langjährige Mitglieder hin, die im weiteren Verlauf folgten. In diesem Kontext mahnte er die Entwicklung an, dass sich immer mehr Mitglieder aus dem Verein abmelden würden, wenn sie nicht mehr aktiv spielen würden. Eine Verbundenheit, wie es zu früheren Zeiten noch üblich war, würde immer geringer werden, wenn dem Mitgliedsbeitrag kein direkter Nutzen mehr gegenüberstünde.

Die Geehrten nahmen aus den Händen von Gerd Buchholz Ehrennadeln und Urkunden in Empfang. Vordere Reihe (v.l.n.r.): Felix Berning, Wolfgang Fatum, Wolfgang Suttrup und Annika Scheunemann. Hintere Reihe: (v.l.n.r.): Felix Stutenkemper, Markus Reher und Tobias Schäfer.Die Geehrten nahmen aus den Händen von Gerd Buchholz Ehrennadeln und Urkunden in Empfang. Vordere Reihe (v.l.n.r.): Felix Berning, Wolfgang Fatum, Wolfgang Suttrup und Annika Scheunemann. Hintere Reihe: (v.l.n.r.): Felix Stutenkemper, Markus Reher und Tobias Schäfer.

Groß war die Freude bei Buchholz darüber, dass er mit Heinz-Albert Koke, Franz-Josef Korves, Siegfried Rieger und Markus Klostermann gleich vier Ehrenmitglieder ernennen durfte, die dem VfL Senden seit über 50 Jahren die Treue halten und künftig beitragsfrei sind. Für 35 Jahre erhielten Wolfgang Fatum und Wolfgang Suttrup eine Urkunde und die goldene Ehrennadel samt VfL Logo aus den Händen des Vorsitzenden. Die silberne Ehrennadel für die 20-jährige Mitgliedschaft können sich künftig auch einige aktive Spieler des Vereins ans Revers stecken: Felix Berning, Steffen Nagel, Markus Reher und Tobias Schäfer erhielten sie ebenso wie Felix Stutenkemper, Annika Scheunemann und der ehemalige „VfL-Präses Helmut Ingelmann.“ Lobende Worte fand Buchholz für Scheunemann und ihre Damenmannschaft, die seit Jahren erfolgreich in der Bezirksliga spielen und aktuell, mit einem schmalen Kader, als Tabellenführer um den Aufstieg in die Landesliga kämpfen. Ebenso fand der Erfolg der A-Junioren, die in der abgelaufenen Saison wieder in die Bezirksliga aufgestiegen waren, Erwähnung. Als Aufsteiger steht die Mannschaft von Christian Arends auf Platz 4 und hat weiter realistische Chancen auf einen erneuten Aufstieg.

Eine angeregte Diskussion entwickelte sich aus der Forderung der Mitglieder, die wieder mehr gemeinsame Festivitäten wie einen Saisonabschluss, Weihnachtsfeier oder ein früheres Mixed-Turnier durchführen wollen würden. Der Vorstand und Jugendvorstand werden sich mit diesem Thema befassen und gemeinsam mit allen Seniorenteams die Möglichkeiten und Termine abstimmen. Ein feierlicher Anlass wird sicherlich die Fertigstellung des geplanten Kabinengebäudes sein, über das Buchholz berichtete. Der Bauantrag beim Kreis sei seit Dezember gestellt und erste Gespräche mit den Gewerken sollen zeitnah geführt werden. „Wir hoffen natürlich auf wohlwollendes Entgegenkommen unserer Sponsoren, die für uns Teile der Baumaßnahmen durchführen sollen“. Für den Neubau (WN berichteten) wurden durch die Gemeinde Senden rund 600.000 Euro veranschlagt, die zu 75% aus dem Gemeindesäckel fließen sollen. Mögliche Fördermaßnahmen hat der Vorstand bereits ins Auge gefasst und sein Vorhaben an den Kreissportbund kommuniziert, sodass die Belastung der Vereinskasse möglichst gering ausfällt- Besonders freuen dürfte die Kicker in diesem Zusammenhang, dass die vier neuen Umkleiden nicht nur optisch einiges hermachen werden, sondern alle Nassräume mit sechs Duschen ausgestattet sind. Denn aktuell, klagte Damen-Spielführerin Lisa Zensen, würden seit Wochen nur fünf der insgesamt zehn Brausen in den zwei Umkleideräumen im Vereinsheim funktionieren. Geschäftsführer Michael Matte wies darauf hin, dass die Gemeinde als Eigentümer bereits vor mehreren Wochen informiert wurde, jedoch bisher keine Reparatur standfand.

Als weiteres Großprojekt stellte Buchholz die geplante Anschaffung von zwei Vereins-Bullis für den Spielbetrieb vor (WN berichteten), die in einer gemeinsamen Aktion mit dem ASV Senden Handball (ein weiterer Bulli) und in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein und seiner Mitglieder finanziert werden solle. Auch an dieser Stelle entwickelte sich eine Diskussion, in der Addi Bischoff (früher im Jugendvorstand des VfL) zu Bedenken gab, dass einerseits eine faire Verteilung schwierig sei, man aber auch nicht die Eltern der Nachwuchskicker zu sehr aus der Verantwortung nehmen dürfe. Marc Buricke, Spielführer der 2. Herrenmannschaft, schlug vor, auch Kooperationen mit der Lebenshilfe oder dem Altenheim zu prüfen, damit das Gemeinwohl einen größtmöglichen Nutzen hat und potentielle Unterstützer einen weiteren, sozialen Anreiz haben.

Die sportlichen Berichte der Seniorenmannschaften, erstmalig auch von der neugegründeten 4. Herrenmannschaft, fielen insgesamt positiv aus. „Luft nach oben“ gäbe es, laut Buchholz, immer, man könne aber mit der sportlichen Entwicklung der letzten Jahre durchaus zufrieden sein. Für die Jugend zog Arends als Vorsitzender ebenso eine erfreuliche Bilanz. Gerade durch die Kooperation mit Blau-Weiß Ottmarsbocholt im Juniorinnenbereich würden die Kräfte in der Gemeinde effektiv gebündelt. Auch bei den Junioren sähe es sportlich gut aus. Die Anmeldezahlen bei den jüngsten seien stetig hoch und mit 15 Mannschaften sei eine gute Basis für die Zukunft gelegt. Für die Altherren-Abteilung berichtete Vorsitzender Willi Schäfers, der zum 43. Mal in seinem Amt bestätigt wurde, wenngleich er nach 42 Jahren eine Tradition brechen musste und erstmalig nicht selbst die Versammlung leiten konnte. Die ältesten VfLer treten weiterhin in Teams der Klassen Ü32, Ü40 und Ü50 an, freuen sich aber über weiteren Nachwuchs ab 32 Jahren und luden herzlich zum Training ein, welches jeden Mittwoch ab 19:15 Uhr im Sportpark stattfindet und oft mit geselligem Beisammensein bei Wurst und Getränken ausklingt.

Mit Spannung erwartet wurde der Kassenbericht, den erstmalig Kassierer Robin Wollny, als Nachfolger von Wolfgang Fatum, verlesen durfte. Standen zur letzten Versammlung noch deutliche Defizite in der Bilanz, so konnte der Vorstand durch Einsparungen und Akquirierung neuer Mittel nun einen geringen Verlust von rund 3000 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr ausweisen, in dem die beschlossene Beitragserhöhung ab 2019 noch nicht eingeflossen war. Nach dem positiven Bericht der Kassenprüfer Harald Cunen und Lisa Zensen, erhielt der Vorstand die Entlastung durch die Versammlung und wählte Vanessa Piepenbreier als Nachfolger für den ausscheidenden Cunen. Unter „Verschiedenes“ meldete sich Nico Stuhldreier zu Wort, der die Zusammenarbeit der Jugend- und Seniorenabteilung als verbesserungswürdig kritisierte. Man solle wieder vermehrt auf Sendener Spieler setzen und müsse die Wertschätzung „im eigenen Stall“ höher ansiedeln. Die großen Erfolge der Jugend und deren konzeptionelle Arbeit sollen Vorbild auch für den Seniorenbereich sein. Man müsse die vorhandene Erfahrung und Kompetenz künftig noch besser nutzen und weiter ausbauen. Auch hierüber wurde lange und gegensätzlich diskutiert, sodass der Vorstand letztlich beauftragt wurde, sich noch einmal ausführlicher mit diesem Thema zu befassen, bevor Buchholz um 21:35 Uhr die Versammlung nach zwei Stunden beendete.

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