Jahreshauptversammlung 2020

„Kapitän“ Buchholz übergibt das Steuer / Ingo Pallas neuer Vorsitzender

Mit etwas mehr als drei Monaten Verspätung fand am Freitagabend die Jahreshauptversammlung des VfL Senden in der Sporthalle am Schwimmbad. Dass bei der turnusmäßigen Veranstaltung dieses Mal alles etwas anders laufen würde, lag nicht nur an den außergewöhnlichen Rahmenbedingungen. Nach zehn Jahren endete eine Ära: Der Vorsitzende Gerd Buchholz hatte bereits bei der Wahl 2018 angekündigt in seine letzte Amtszeit zu gehen. 

"Kapitän" Gerd Buchholz übergibt Ingo Pallas den Schlüssel zum Sportpark.

Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder bedankte sich Buchholz bei seinen Mitstreitern im Vorstand und blickte auf die sportliche wie infrastrukturelle Entwicklung während seiner Amtszeit, untermalt von einer Diashow, zurück. Als wichtigste Eckpfeiler nannte er die Aufstiege der 1. Damenmannschaft in die Bezirksliga (2012) als auch jene der 1. Herrenmannschaft in die Bezirks- (2013) und Landesliga (2016) - vergaß dabei auch nicht die vielen Erfolge der Jugend zu erwähnen. Im Sportpark selbst hatte sich ebenfalls viel entwickelt: die Errichtung der Tribünen-Überdachung (2011), die Erneuerung des  Kunstrasenplatzes (2015), das Vordach vor den Umkleiden (2016), die neue Küche im Vereinsheim (2019) und aktuell die Errichtung des neuen Kabinengebäudes waren und sind aufwendige Projekte, die das Vorstands-Team auf den Weg gebracht hatte. „All dies wäre aber nie möglich gewesen, wenn wir nicht so viele ehrenamtliche Kräfte in unseren Reihen gehabt hätten. Auch durch die Unterstützung der Gemeinde und unserer Sponsoren können wir heute stolz auf diese Leistungen zurückschauen“, schloss Buchholz seinen Vortrag.

Es folgten die Berichte der Abteilungen, bei denen Jugendleiter Christian Arends besonders die U17- und U12-Juniorinnen (JSG Ottmarsbocholt / Senden) hervorhob, die ihre Saison in der Kreisliga auf dem 1. Platz beendeten. Ebenso verwies er auf die Vize-Meisterschaft der U19-Junioren - die bisher beste Platzierung einer Sendener A-Jugend in der Bezirksliga. Bei den Schiedsrichtern konnte Arends wieder Positives vortragen: mit Nelson Piroth (Ende 2019) und Nils Hörling (Juni 2020) konnten zwei neue Schwarzkittel gewonnen werden – der VfL übererfüllt damit weiterhin sein Soll, auch wenn Oliver Stienke und Max Richter wegen Umzügen nicht mehr zur Verfügung stehen. „Neu-Trainer“ Thomas Morzonek zeichnete ein umfangreiches Bild der neu zusammengestellten „Ersten“ und gab ein Ausblick, welche Anforderungen er, im Duo mit Rabah Abed, an das Landesliga-Team stellen wird. Robin Wollny freute sich als Trainer der 3. Herrenmannschaft über den Aufstieg in die Kreisliga B, in der das Team in der kommenden Saison einen einstelligen Tabellenplatz anpeilt.

Auch neben dem Platz wurde gute Arbeit geleistet: Als Kassierer konnte Wollny einen positiven Kassenbericht vorstellen, der nicht nur dem Vorstand ein Lächeln auf das Gesicht zauberte – noch vor zwei Jahren mussten die Verantwortlichen der Versammlung von einem dicken Minus berichten. An der Buchführung hatten die Prüferinnen Lisa Zensen und Vanessa Piepenbreier nichts auszusetzen und baten, urlaubsbedingt per Videobeitrag, um die Entlastung des Vorstands. Für die ausscheidende Zensen wurde Sophie-Marie Schulz einstimmig gewählt.

Nach rund einer Stunde stand der wichtigste Tagesordnungspunkt an: für die Wahl des neuen Vorstands hatte sich der VfL im Vorfeld bereits gut aufgestellt. Ingo Pallas hatte sich intensiv mit dem Amt des Vorsitzenden und seinem potentiellen Team auseinandergesetzt. In einer kernigen Ansprache ließ er die Versammlung an seinen Beweggründen und Vorstellungen teilhaben. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit diesen „geilen Verein“ weiter zu professionalisieren und alle Vereinsteile wieder enger zusammenzubringen. Ohne Gegenkandidaten wählten die Mitglieder den 49-jährigen Unternehmer, der seit 2001 wieder bei den Sendener Altherren spielt, fast einstimmig zum neuen VfL-Chef. Als erster Gratulant übergab Buchholz seinem Nachfolger (wie bereits Helmut Ingelmann vor zehn Jahren an ihn) die Schlüssel zum Sportpark und somit die gewichtige Verantwortung für über 600 VfLer/innen. Pallas bedankte sich bei seinem Vorgänger für die geleistete Arbeit - die Versammlung verabschiedete Buchholz anschließend mit stehenden Ovation. Wiedergewählt wurden Taylan Berik (Stellv. Vorsitzender), Michael Matte (Geschäftsführer), Robin Wollny (Kassierer), Holger Karbowiak (Stellv. Geschäftsführer), Wolfgang Fatum und Ludger Rott (beide Beisitzer). Ebenfalls neu in den Vorstand rückte Thorsten Scheunemann auf, der das Amt des stellvertretenden Kassierers von Christian Arends übernahm. Dieser wiederum wurde als Berik-Nachfolger zum sportlichen Leiter vom Vorstand bestimmt. Für den Ältestenrat wurden Peter Stehlik und Günter Klinger wiedergewählt – Willi Schäfers und Buchholz übernahmen die Plätze von Peter Bischoff und dem verstorbenen Siegfried Böttcher.

"Enger zusammenrücken" soll der Vorstand, so der Wunsch des neuen Vorsitzenden Ingo Pallas. Situationsbedingt ist es  auf dem Foto vor dem neuen Kabinengebäude noch nicht wieder möglich. Hinten (v.l.): Thorsten Scheunemann, Ingo Pallas, Michael Matte. Vorne (v.l.): Taylan Berik und Robin Wollny.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ berichtete Wollny von der Kreis-Fußballkonferenz (22.06.2020), dass Freundschafsspiele nur unter strikten Auflagen möglich seien und über die voraussichtlichen Staffeleinteilungen sowie den geplanten Beginn der neuen Saison im September. Eine weitere Konferenz im August solle weitere Planungssicherheit geben. Bevor er erstmalig die Versammlung schloss, kündigte Pallas an den Mädchen- und Frauenbereich mehr in den Fokus rücken zu wollen und bat um aktive Mithilfe aus ebendiesem. Zuletzt machte er auf die geplanten Eigenleistungen am Kunstrasen 2 aufmerksam, zu der „Muskelkraft aus den Mannschaften“ gefragt sein wird.

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